Nosferatu – Eine Drehtag des Grauens

Zur Geschichte

„Nosferatu“, ein Meisterwerk

Im Jahre 1922 entstand unter der Regie von Friedrich Wilhelm Murnau der berühmte Stummfilmklassiker „Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens“. Die Handlung wurde in groben Zügen dem weltweit bekannten Roman „Dracula“ nachempfunden, der 1897 von Bram Stoker in Großbritannien veröffentlicht wurde.

Die Dreharbeiten zu Nosferatu begannen im Juli 1921 mit Außenaufnahmen in Wismar. Eine Aufnahme vom Turm der Marienkirche über den Wismarer Marktplatz mit der Wasserkunst diente als Eröffnungsszene für den Schauplatz Wisborg. Weitere Drehorte waren das Wassertor, die Westseite der Georgenkirche, der Hof der Heiligen-Geist-Kirche und der Hafen.

In Lübeck wurden die Salzspeicher als Drehort für Nosferatus neues Domizil in Wisborg genutzt. Weitere Außenaufnahmen folgten in Lauenburg, in Rostock und auf Sylt. Im Anschluss reiste das Filmteam in die Karpaten. Für die Gebirgsaufnahmen nutzte das Filmteam das Panorama der Hohen Tatra. Von Oktober bis Dezember 1921 entstanden dann die Innenaufnahmen im JOFA-Atelier in Berlin-Johannisthal.

Sechsundfünfzig Jahre nach Murnaus Stummfilmklassiker hat der deutsche Regisseur Werner Herzog eine Neufassung seines berühmten Vorbildes gedreht. 1978 erschien der Farbfilm „Nosferatu - Phantom der Nacht“. Doch das beängstigende Flair des Grauens, das der Klassiker von 1922 ausstrahlte, konnte die Neufassung nie erreichen. So blieb Herzogs „Nosferatu“ trotz der Starbesetzung mit Klaus Kinski und Isabelle Adjani im Schatten seines historischen Originals, ohne dessen Bekanntheitsgrad zu erlangen.

Murnau ist es gelungen, ein Meisterwerk des Horrorgenres zu schaffen. Auch in der gegenwärtigen Zeit scheint der Siegeszug des Klassikers ungebrochen. Zum hundertjährigen Geburtstag des Regisseurs wurde 1989 die Urfassung des Werkes rekonstruiert und mit einer extra dafür geschaffenen Hintergrundmusik, komponiert von Hans Proschka, unterlegt. Zahlreiche kommunale Kinos lassen in einer Epoche, die von Hightech und Internet geprägt ist, durch die Vorführung von „Nosferatu“ die nostalgische Zeit der zwanziger Jahre wieder aufleben.

Erst Ende der fünfziger Jahre erlebte der Untote eine Wiedergeburt. Christopher Lee zog als „Dracula“ die Zuschauer bis in die siebziger Jahre in seinen Bann.

Den Zuschauer erwartet 2021 ein ungemein spannender und unterhaltsamer Abend in der St.-Georgen-Kirche Wismar.