»Hamlet« muss warten

»Theatersommer Wismar« findet in diesem Jahr nicht statt

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HAMLET ERLEBEN

Ein Stück, mit reflektierendem Epochenübergang.

Regisseur Holger Mahlich über Hamlet

HAMLET ist ein Stück, das einen Epochenübergang reflektiert. Etwas Altes verschwindet, etwas Neues ist noch nicht etabliert, aber man spürt es. Und wie immer, wenn sich etwas Neues ankündigt, stellen sich entscheidende Fragen, treten massive Ängste auf und Verunsicherungen. In der Hamlet-Figur ist dieses Problem manifest. Hamlets Vater ist ermordet worden und fordert vom Sohn ihn zu rächen. In der Welt des Vaters ist das selbstverständlich und Hamlet schwört auch sofort diese Rache zu vollziehen. Da sprechen Erziehung, Tradition, seine Gefühle, sein »Blut« eine klare Sprache. Allerdings kommt Hamlet aus ‚Wittenberg’. Mit Wittenberg verbindet sich etwas fundamental Neues – der Protestantismus. Eine neue religiöse Vorstellung von der göttlichen Gnade. Eine große Gärung greift um sich. Hamlets geistige Welt ist gekennzeichnet vom Humanismus, der Renaissance und der Abwendung vom Katholizismus. Er liest, ist musisch und seine Leidenschaft ist das Denken. Von der kriegerischen Welt des Vaters hat er sich schon weit entfernt.

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